Sondersitzung Verkehrsausschuss Altona am 21.09. zum Thema Radverkehr

Am Montag, den 21.9. um 18.30 Uhr findet eine Sondersitzung des Verkehrsausschusses Altona zum Thema Radverkehr statt. Ort ist der Kollegiensaal im Rathaus Altona am Platz der Republik 1.

Die Tagesordnung (Öffentlicher Teil), fettgedruckt, mit Anmerkungen im Normaldruck von mir:

1. Öffentliche Fragestunde

Zu Beginn der Sitzung findet eine öffentliche Fragestunde statt, in der den Ausschussmitgliedern Fragen zum Gegenstand der Beratungen gestellt werden können. Die Fragen sollen kurz und sachbezogen sein. Sie sind bis spätestens 12.00 Uhr des vorangehenden Freitags schriftlich oder zur Niederschrift bei der Geschäftsstelle der Bezirksversammlung einzureichen.

[Platz der Republik 1, 22765 Hamburg                     Bezirksversammlung@altona.hamburg.de.   Ob elektronisch = schriftlich ist, das weiß ich nicht.]

2. Radverkehrskonzept Altona hier: Vorstellung des Netzkonzeptes

2.1. Vorstellung erster Planungen im Bereich von Radverkehrsrouten

Ein Netzkonzept muss den Bezirk radverkehrlich erschließen. Es muss  insb. die verschiedenen Quell- und Zielorte identifizieren und verbinden.  Ein Netzkonzept muss darauf angelegt sein, die erwünschten und realistischerweise zu hebenden Potentiale zu mobilisieren. Deshalb sind aus Mobilisierungs-, aus  Akzeptanz- und aus Sicherheitsgründen die unterschiedlichen Nutzergruppen (z.B. Pendlerverkehre, Freizeitradler, Schülerverkehre etc) und ihre Bedürfnisse zu erfassen und zu differenzieren. Ein Netzkonzept basiert zwar auf dem Ist-Zustand, beinhaltet aber selbstverständlich  Weichenstellungen für die Zukunft.

Unerlässlich für ein Netzkonzept ist die Zusammenarbeit mit den angrenzenden Hamburger Bezirken bzw Kreisen und Gemeinden sowie eine profunde Prognose zukünftiger (Rad-) Verkehre.

3. Radverkehr in der Ottenser Hauptstraße? – Umleitungsvarianten

Bericht des Amtes

Das steht so im Original. Vielleicht ein kleiner Scherz des Verkehrsausschusses? Das kriegt ja nicht einmal eine Schill-Mehrheit in der Bezirksversammlung bei den Ottensenern durchgesetzt.

Es hätte natürlich heißen müssen:

3. Kfz-Verkehr in der Ottensener Hauptstraße? Umleitungsvarianten

Bericht des Amtes

Ich bin gespannt.

4. Radverkehr im Umfeld des Bahnhofs Altona/ZOB

Ganz wüste Ecke. Bermuda-Dreieck. Trotz hoher Fahradfrequenz hat eine Radverkehrsplanung hier noch nie stattgefunden. Die Folge: Ständige Konflikte  entweder mit Fußgängern oder mit Taxen oder mit Bussen. Oder mit allen dreien.

Ich verweise auf den Beitrag auf  hamburgize: Altonas kuriose Fußgängerzonen, in dem die Situation rund um den Bahnhof problematisiert wird und auch die üblichen, als “sibirische Variante” bekannten Behördenplanungen vorgestellt werden (Verbannung).

5. Veloroute 1 (Bearbeitungsstand im Westen) Bericht des Amtes

Für die, die es vergessen haben: Mitte der 90er des letzten Jahrhunderts wurden, nach den damaligen Vorstellungen von Radverkehr und dem damaligen Bedarf, die Hamburger Velorouten geplant. (Zum Vergleich Autobahnbau Neue Bundesländer: “Insgesamt also liegen bei DEGES-Projekten zwischen Planungs- und Baubeginn zumeist nur 3 bis 4 Jahre.” (Aus: autobahn-online). Als eine Errungenschaft des Koaltionsvertrages wird die (mal wieder) beabsichtigte Fertigstellung dieses überholten Konzepts 2015 gepriesen.

Fahrradstädte setzen längst auf Radschnellwege für den Pendler- und Alltagsverkehr als Backbone-Struktur der Verkehrswende und der E-Mobilität.

6. Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs Teilbaumaßnahme: Bornheide Radwege 1. Verschickung Mitteilungsdrucksache des Amtes

Ich habe die 1. Verschickung, d.h. Versand der Planungen an die Stellen, die Mitsprache oder Einwendungen haben könnten,  nicht gefunden. Es geht jedoch soweit ich weiß um die beiden straßenbegleitenden Radwege an der Bornheide.

Die Bornheide ist die zentrale Verkehrsachse des Großwohnungsbau-Projektes Osdorfer Born. Der Osdorfer Born ist in der Vergangenheit geradezu zur Metapher für die Fehlentwicklungen im sozialen Großwohnungsbau geworden. Ein hoher H4-Empfängeranteil, ein hoher Migrantenanteil und ein hoher Kinderanteil prägen das Viertel.

Eine Fahrradkultur und dementsprechend eine Kultur der Rücksicht auf Radfahrer ist nur sehr schwach entwickelt. Dies liegt u. A. daran, dass eine Kultur des Radfahrens und erst recht eine Kultur der Rücksichtnahme auf Radler in vielen Ursprungsländern der Bewohner mit Migrationshintergrund nahezu unbekannt ist. Radverkehrsplanung muss dies miteinbeziehen.

Auf den Schutz der Radfahrer durch Hinweisschilder, bauliche Maßnahmen, farbliche Hervorhebung der Überwege etc ist deshalb ganz besonderer Wert zu legen.

Sehr hohe Aufmerksamkeit sollte auch auf die Ausführung der unfallträchtigen Ein- und Ausfahrten zu Garagen, Parkplätzen etc gerichtet werden. Die Absenkung der Rad- und Fußwege zum Erreichen hoher Ein- und Ausfahrgeschwindigkeiten der Kfz muss unbedingt unterbleiben. Im Gegenteil, der geschwindigkeitssenkende Niveauunterschied zwischen Radweg und Fahrbahn sollte an viel frequentierten Stellen bei Bedarf (z.B. Parkplatz Borncenter) erhöht werden. Eine Verfüllung mit Asphalt am Übergang Fahrbahn/ Kantstein zur reifenschonenden Querung erscheint zum Niveauausgleich angezeigt.

7. Friedensalle I. Bauabschnitt                                                                                  7.1. Förderung des Radverkehrs Friedensallee – Von Von-Sauer-Straße bis Friesenweg   1. Verschickung Mitteilungsdrucksache des Amtes

Die nichtbenutzungspflichtigen Radwege an der Friedensallee  im o.g. Abschnitt (ehem. Pfitznerstr.) werden ertüchtigt und zum Teil verbreitert.

Die Unterlagen im Detail (1. Verschickung): Verschickungsunterlagen Friedensallee (5654 KB).

Im Abschnitt 2.1. Allgemeines heißt es dort:

Die Friedensallee übernimmt eine Sammelfunktion in dem Gebiet und ist ein Zubringer vom Stadtteil Ottensen/Altona zur BAB-Anbindung Bahrenfeld (A7). Im gesamten Planungsbereich der Friedensallee ist Tempo 50 angeordnet….

In der Mendelssohnstraße befindet sich eine Grundschule. Die Friedensallee ist somit Teil des Schulwegs.

 

Sodann Abschnitt 3

Der Radverkehr soll … nah der Fahrbahn geführt werden….wird der Radverkehr wechselnd auf Radfahrstreifen, auf den vorhandenen Nebenfahrbahnen und Radwegen auf den Nebenflächen geführt.

“Damit ich dich besser sehen kann!“, das war die Antwort an das Rotkäppchen. Für den Schulweg ist demnach eine sog. Verschlimmbesserung geplant. Es steht eine Abnahme der Radmobilität der Schüler und eine Zunahme des Mama-Taxi Verkehrs zu befürchten. Stadteinwärts kommt es ca alle 40 m zu einer Verengung des geplanten Radweges  wegen der Straßenlampen von1,625 m auf 1,25 m. Zum Überholen anderer Radfahrer, bei einer lichten Radfahrerbreite von o,8 m sind schon 1,625 m ohnehin knapp bemessen, wird wohl weiterhin der Gehweg herhalten müssen.

Verwiesen sei noch auf den Hinweis in der Planungsskizze:

Das Höhenniveau des Rad- und Gehweges orientiert sich an den örtlichen Gegebenheiten

Soll wohl heißen, dass auf dem Rad- und Gehweg bei Bedarf der Rampenfunktion für schnell ein- und ausfahrende Kfz Vorzug gegeben wird. Sichere Rad- und Fußwege gehen anders.

Weiter im Schnelldurchlauf.

8. EU-INTERREG Antrag “Urban Cycling Toolbox”

Bericht des Amtes

Die Interreg Toolboxes sind ein Programm zur innereuropäischen Zsammenarbeit. Städte lassen sich von anderen Städten beraten und implementierten best practice. Das wird von der EU gefördert.

9. Zwei Fahrradbarometer für Altona   Antrag der Fraktion GRÜNE 20-1196 Überwiesen aus der Bezirksversammlung vom 28.05.2015 zur Erarbeitung einer Beschlussempfehlung Fortsetzung der Beratung vom zuletzt 15.06.2015

10. Fahrradbügel im Harkortstieg/Ecke Harkortstr.

11. Mitteilungen

11.1. – 11.3. Mitteilungen der Linien 112, 183, 283, Bericht des Amtes

11.4. Förderung des Radverkehrs hier: Neuordnung der Fahrradabstellplätz am “Waitzplatz” und im Jeppweg Mitteilungsdrucksache des Amtes

12. Verschiedenes

 

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