Zukunftsforum Blankenese. Kirche at it’s best.

“Nachhaltigkeit kann nur global gelingen. Andererseits sagt
ein bekanntes Sprichwort: Man sollte zunächst vor der
eigenen Haustür kehren. Tatsächlich war das Prinzip „think
global – act local“ nie zutreffender als heute. Wir müssen
drängende Aufgaben hier und jetzt angehen und dabei
die langfristigen und globalen Auswirkungen im Blick
behalten.”
Zukunftsforum Blankenese

 

Das Zukunftsforum Blankenese lädt ein zu einer Veranstaltung mit Camilla van Deurs von Gehl Architects, Kopenhagen. Thema:

Stadt für Menschen statt für Autos

Zeit: Mittwoch,  o7.10.2015, 20.00 Uhr. Ort: Gemeindehaus Mühlenberger Weg 64

Aus der Ankündigung:

Camilla van Deurs, Gehl Architects, Kopenhagen
Kopenhagen hat es geschafft, von einer Autostadt zu einer Stadt für Menschen zu werden. Treibende Kraft hinter dieser Transformation ist das Büro Gehl Architects. Camilla van Deurs, Leiterin des Entwurf-Teams, wird aus dem Erfahrungsschatz von Gehl Architects berichten. Die Stadtplanerin wird zeigen, wie wir nachhaltige Mobilität in Blankenese etablieren und das im Zehn-Punkte-Plan verankerte Konzept für die Ortskerngestaltung verwirklichen können.

Das Zukunftsforum Blankenese ist einer der raren und doch zugleich ermutigenden Lichtblicke in der Hamburger Radverkehrspolitik. Das Forum ist eine Initiative der ev-luth. Kirchengemeinde. Es besteht seit 201o und hat schon in dieser kurzen Zeit bis heute eine Reihe ganz beachtlicher Aktivitäten und Erfolge zu verzeichnen.

 

Meilensteine unserer bisherigen Arbeit
  •   September 2011: Diskussionsabend zur Gestaltung des Blankeneser Marktplatzes mit Bürgen, Politikern und Interessenverbänden
  • Juni 2012: Schülerwettbewerb: Wie soll der Ortskern von Blankenese in 20 Jahren aussehen?
  •  April 2013: 1. Blankeneser Schülerkongress: Projekte und Ideen für einen nachhaltig gestalteten Stadtteil
  •  Februar 2014: Gründungswerkstatt des Zukunftsforums e.V. ; 1. Blankeneser Energietag
  • Mai 2014: 2. Blankeneser Schülerkongress: Fahrradverkehr im Stadtteil. Bezirksamtsleiterin Dr. Liane Melzer war zu Gast.
  •  Frühjahr/Sommer 2014: Beteiligung an der Planungswerkstatt zur Umgestaltung des Blankeneser Ortskerns, Initiator: Bezirksamt Altona
  • Januar 2015: Expertentagung zur Verbesserung des Radverkehrs im Ort
  •  Mai 2015: Fahrradwerkstatt auf dem Blankeneser Markt
  • Juli 2015: Zehn-Punkte-Plan zur Ortsgestaltung, maßgeblich vom Zukunftsforum initiiert, bei öffentlicher Anhörung des Verkehrsausschusses, Bezirksamt Altona, einhellig befürwortet
  •  August 2015: Carsharing-Angebot auf den Weg gebracht – „car2go“ positioniert eine Flotte Smarts in Blankenese, welches eine effizientere Nutzung der Ressource Auto ermöglicht
Hervorhebung von mir.

Der Ansatz, Kinder und Jugendliche bei der Gestaltung und Planung des (Rad-) Verkehrs einzubeziehen, ist in Hamburg einzigartig. Wohlgemerkt obwohl die Alterskohorte der 10-17 jährigen den höchsten Radnutzungsanteil unter allen Altersgruppen aufweist – und diese Altersgruppe für eine eigenständige Mobilität auch am meisten von allen Altersgruppen auf das Rad angewiesen ist.

Mich überzeugt an dem Ansatz und an der Arbeit des Zukunftsforums Blankenese vor allem, dass es den Begriff Nachhaltigkeit der (Rad-) Verkehrspolitik nicht nur werbewirksam vor sich her trägt, wie man es von nahezu allen anderen Playern in der Hamburger (Rad-) Verkehrspolitik kennt, seien es nun SPD, Grüne, Die Linke, Bezirke, ADFC usw. Alle Genannten weigern sich strikt, schon überhaupt nur die Bedürfnisse der Altersgruppe mit dem höchsten Radnutzungsanteil wahrzunehemn, von Einbeziehung in Planungen gar nicht erst zu reden.

Es ist doch so: Nachhaltig zu nennen ist eine Politik dann, wenn sie es schafft oder zumindest versucht, diejenigen überkommenen  Verhaltens- oder Wirtschaftsmuster zu verändern, die als nicht zukunftsfähig erkannt sind. Wer mangels fehlertoleranter Infrastruktur für den Rad- und Fußverkehr  als Kind zur Schule/zum Sport etc. gefahren wird, der lernt zweierlei für sein weiteres Leben: Auch für kurze Wege ist es unerlässlich, ein Auto zu benutzen. Und: Das Mamataxi ist Ausdruck der elterlichen Fürsorge.  Genau so wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit als Erwachsener handeln, weil das Muster: Weg erfordert Auto verinnerlicht ist und weil es, nun als Erwachsener, so vermeintlich seine Fürsorge für seine Kinder zeigt und natürlich auch zeigen will.

Nur eine Radverkehrspolitik, die Kinder und Jugendliche und ihre Bedürfnisse bewusst bei der Planung von Radverkehr mit einschließt, kann deshalb  ernsthaft als nachhaltig bezeichnet werden.

Beim Zukunftsforum Blankenese machen ein paar Leute einen sehr guten Job. Als Atheist aus Überzeugung und Mitglied der ev./luth. Kirche muss ich sagen: Dafür bezahle ich gerne Kirchensteuer.

 

 

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